Bürgerumfrage
Repräsentative Bürgerumfrage zum Thema "Windkraftanlagen"

Im Zeitraum vom 27. November 2025 bis 23. Dezember 2025 wurde in der Stadt Wilsdruff einschließlich ihrer Ortsteile eine Bürgerumfrage zur Fragestellung

„Befürworten Sie den Ausbau von Windkraftanlagen im Gebiet der Stadt Wilsdruff?“ durchgeführt. Die Umfrage diente ausschließlich der Ermittlung der öffentlichen Meinung und besitzt keine rechtliche Bindungswirkung im Rahmen der Stellungnahmen zur Regionalplanung. Ziel war es, ein möglichst umfassendes Stimmungsbild der Bürgerschaft für den anstehenden Beteiligungsprozess zu gewinnen. Auf dieser Grundlage soll im weiteren Verlauf gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern eine ganzheitliche Stellungnahme der Stadt zum neuen Teilregionalplan erarbeitet werden.

Vor der Durchführung der Umfrage prüfte die Stadtverwaltung die Repräsentativität der Erhebung und wendete die entsprechende statistische Grundformel auf Wilsdruff und seine Ortsteile an. Dabei wurde eine Fehlerspanne von 5 % bei einem Konfidenzniveau von 95 % zugrunde gelegt. Auf dieser Grundlage erfolgte eine stichprobenartige, automatisierte Auswahl der Befragten. Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Teilnahmeberechtigten sowie der ermittelten Stichprobengrößen:

 

Ortsteil

Teilnehmer

Rückmeldungen

Beteiligung in %

Wilsdruff

342

186

54 %

Birkenhain

92

44

48 %

Blankenstein

139

73

53 %

Braunsdorf

225

140

62 %

Grumbach

306

229

75 %

Grund

148

85

57 %

Helbigsdorf

152

90

59 %

Herzogswalde

238

146

61 %

Kaufbach

188

105

56 %

Kesselsdorf

340

151

44 %

Kleinopitz

202

112

55 %

Limbach

128

81

63 %

Mohorn

267

144

54 %

Oberhermsdorf

212

132

62 %

 

2.979

1.718

58 %

Von den 2.979 angeschriebenen Bürgerinnen und Bürgern haben 1.718 Personen an der Umfrage teilgenommen. Davon wurden 938 Rückmeldungen über das Beteiligungsportal und 780 per Postkarte abgegeben. Dies entspricht einer Rücklaufquote von rund 58 %. Die hohe Beteiligung verdeutlicht das große öffentliche Interesse an der Thematik.

Das Gesamtergebnis der Erhebung zeigt, dass 26,95 % der Teilnehmenden den Ausbau von Windkraftanlagen im Gebiet der Stadt Wilsdruff befürworten, während 73,05 % diesem ablehnend gegenüberstehen. Das Ergebnis ist repräsentativ für die Bevölkerung der Stadt Wilsdruff und kann somit als aussagekräftige Grundlage für die weitere Meinungsbildung herangezogen werden.

Auf die Ortsteile bezogen lässt sich das Ergebnis wie folgt darstellen:

Ortsteil

Rückmeldungen

davon „JA“

davon „NEIN“

Wilsdruff

186

32 % (59)

68 % (127)

Birkenhain

44

9 % (4)

91 % (40)

Blankenstein

73

18 % (13)

82 % (60)

Braunsdorf

140

23 % (32)

77 % (108)

Grumbach

229

24 % (54)

76 % (175)

Grund

85

40 % (34)

60 % (51)

Helbigsdorf

90

22 % (20)

78 % (70)

Herzogswalde

146

19 % (28)

81 % (118)

Kaufbach

105

23 % (24)

77 % (81)

Kesselsdorf

151

39 % (59)

61 % (92)

Kleinopitz

112

22 % (25)

78 % (87)

Limbach

81

17 % (14)

83 % (67)

Mohorn

144

34 % (49)

66 % (95)

Oberhermsdorf

132

36 % (48)

64 % (84)

 

1.718

Rund 27 % (463)

Rund 73 % (1255)

Bürgerumfrage Diagramm.JPG

 

Die Ergebnisse zeigen ein einheitlich ablehnendes Meinungsbild in allen Ortsteilen. Lediglich in den Ortsteilen Grund, Mohorn, Oberhermsdorf, Kesselsdorf und Wilsdruff liegen die Zustimmungswerte zwar über dem stadtweiten Durchschnitt, erreichen jedoch auch dort keine Mehrheit. 

Ergänzend zu der repräsentativen Bürgerumfrage haben das Gymnasium Wilsdruff sowie die Oberschule Wilsdruff ein besonderes Interesse am Thema Windkraft gezeigt. Vor diesem Hintergrund wurde beiden Schulen die Möglichkeit eingeräumt, mit Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 8 bis 10 eine ergänzende Befragung mit der gleichen Fragestellung durchzuführen.

Bei den schulischen Erhebungen handelt es sich nicht um eine repräsentative Umfrage, da an den genannten Schulen auch Schülerinnen und Schüler aus Nachbargemeinden unterrichtet werden. Die Ergebnisse dieser Umfragen sind entsprechend auch nicht in das Ergebnis der Bürgerumfrage eingeflossen. Ungeachtet dessen wird diese Befragung als sinnvoller Beitrag zur politischen Bildung und zur Förderung der Jugendbeteiligung, insbesondere für junge Menschen, die aufgrund ihres Alters noch nicht wahlberechtigt sind, bewertet. Nach vorheriger Information der Erziehungsberechtigten wurde die schulische Befragung parallel zur Bürgerumfrage durchgeführt und führte zu folgendem Ergebnis: 

Schule

Rückmeldungen

davon „JA“

davon „NEIN“

Oberschule Wilsdruff

128

34 % (43)

66 % (85)

Gymnasium Wilsdruff

277

57 % (158)

43 % (119)

 Die Auswertung zeigt ein heterogenes Meinungsbild unter den Schülerinnen und Schülern. Während das Ergebnis der Oberschule der allgemeinen Haltung in der Bevölkerung ähnelt, weicht das Ergebnis des Gymnasiums ab.

Insgesamt verdeutlicht die Bürgerumfrage, dass eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung in Wilsdruff den Ausbau von Windkraftanlagen im Stadtgebiet gegenwärtig nicht befürwortet.

Ausgangspunkt rund um das Thema Windenergie in Deutschland ist das Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG). Dieses verpflichtet jedes Bundesland Mindestflächen für Windenergie bereitzustellen. Die Regionalen Planungsverbände sind dafür verantwortlich, geeignete Flächen hierfür zu ermitteln und festzulegen. Dafür werden regionale Besonderheiten und Nutzungskonflikte geprüft. In einem ersten Planentwurf werden mögliche Gebiete für Windkraftanlagen vorgeschlagen und Ausschlussgebiete festgelegt. Dieser Entwurf wird öffentlich ausgelegt, damit Bürger und betroffene Kommunen Stellung nehmen können. Nach Auswertung der eingegangenen Stellungnahmen werden die verschiedenen Belange abgewogen und der Plan gegebenenfalls überarbeitet. Über den endgültigen Inhalt und den Beschluss des Regionalplans entscheidet letztendlich der Regionale Planungsverband. Die Stadt Wilsdruff sowie auch die Bürgerinnen und Bürger können sich durch eine eigene Stellungnahme am Verfahren beteiligen. Das Ergebnis der repräsentativen Bürgerumfrage soll ein authentisches Stimmungsbild darstellen, um den politischen Meinungsbildungsprozess zu untermauern.

Der Regionale Planungsverband geht derzeit davon aus, dass der sachliche Regionalplan „Energieversorgung/Windenergienutzung“ im Verlauf des zweiten Quartals 2026 beschlossen und ausgelegt wird. Im anschließenden Beteiligungsverfahren haben Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine, Institutionen und Unternehmen die Möglichkeit, eigene Stellungnahmen einzureichen. Nach der Auslegung des Planes ist ein moderierter Workshop vorgesehen, in dem gemeinsam mit Vertretern verschiedener Interessengruppen eine ganzheitliche Stellungnahme der Stadt Wilsdruff erarbeitet werden soll. Die Ergebnisse der Bürgerumfrage werden bei der Stellungnahme der Stadt berücksichtigt, auch wenn sie sich nicht in allen Punkten in der endgültigen Fassung des Regionalplans widerspiegeln müssen.