Heimatmuseum Wilsdruff
Sonderausstellung "Auf und Ab" anlässlich des Jubiläums 200 Jahre Fahrrad

Am Sonnabend, dem 1. April 2017, um 10:30 Uhr, eröffnet im Heimatmuseum der Stadt Wilsdruff, Gezinge 12, anlässlich des 200. Jubiläums des Fahrrads die Sonderausstellung „Auf und ab“. Mit hupenden Tönen des Saxophons und trommelnden Klängen auf dem Fahrrad werden die Musiker Johannes Schleiermacher und Maria Schneider zur Ausstellungseröffnung musikalisch überraschen. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Fahrrad-Veteranen-Freunde-Dresden 1990 e.V. Sie kann vom 2. April 2017 bis zum 11. Juni 2017 im Heimatmuseum der Stadt Wilsdruff im Rahmen der regulären Öffnungszeiten besucht werden.

Die Ausstellung zeigt historische Fahrräder mit ganz unterschiedlichen Besonderheiten. Die aus dem Depot des Museums stammenden Stücke sowie viele private Exponate rund ums Fahrrad sind erstmals im Rahmen einer Ausstellung in der Öffentlichkeit zu sehen. Sie vermitteln einen Eindruck von der Faszination, die von dieser bahnbrechenden Erfindung ausging. Die Erfindung des Laufrades durch Karl Freiherr von Drais vor 200 Jahren erlaubte individuelle Mobilität mit geringem Aufwand. Seine Laufmaschine war der Vorläufer des Fahrrads.

Anfangs aus Holz wurden nachfolgende Fahrrad-Konstruktionen aus Metall gefertigt. Dass mit dem Fahrradfahren verbundene Gefühl der Freiheit und das resultierende Selbstvertrauen unterstützten im 19. Jahrhundert den Siegeszug des Fahrrads. Die Erfindung des Fahrrads zählt zu Recht als revolutionär. So gestattete das Fahrrad den Damen eine bis dahin nicht gekannte Ungebundenheit. Gleichsam legte das Fahrrad gemeinsam mit dem Kutschenbau den Grundstein für die Entwicklung des Automobils. Bis sich das Fahrrad zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die Allgemeinheit durchgesetzt hatte, zählte es als Statussymbol für Besserverdienende. Danach trat die Motorisierung mit Motorrad und Automobil an diese Stelle. Die Begeisterung für das Fahrradfahren war auch in Wilsdruff und dessen Umland zu spüren, wie Sachzeugen in der Sonderausstellung „Auf und ab“ belegen.

Begleitveranstaltung des Museums:

  • Vortrag „Schaltpause“ am Mittwoch, 5. April 2017, 18:00 Uhr: Geschichten rund ums Fahrrad mit Frank Papperitz
  • Finissage am Sonntag, 11. Juni 2017, 14:00 Uhr „Klatschweiber“, ab 14:30 Uhr Hochradfahren für Anfänger mit den Fahrrad-Veteranen-Freunde-Dresden 1990 e.V.

 

 

Das Wilsdruffer Heimatmuseum hat eine lange Geschichte. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde in intensiver Sammeltätigkeit eine Fülle von Dingen "aus der Väter Zeit" zusammen getragen: Zeugnisse der Geschichte, der Lebensverhältnisse der Menschen, ihre Arbeitsgeräte und Ergebnisse ihrer Handwerkskunst, ihres Zusammenlebens, ihrer Feste und ihres Brauchtums. Im März 1919 konnte die von dem Oberlehrer Artur Kühne begründete und bis zu seinem Tode 1950 geleitete Sammlung der Öffentlichkeit übergeben werden. Sie stand bei den Fachleuten und der Bevölkerung in hohem Ansehen, musste aber 1970 geschlossen werden.

Erst nach einem Vierteljahrhundert konnte der verbliebenen Bestand mit wenigen Mitarbeitern aufarbeiten und ergänzen. Bei der Neugestaltung kam es darauf an, in einem Kernbereich das typische Heimatmuseum der 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts in Sachsen zu erhalten und mit den moderneren musealen Darstellungsmöglichkeiten harmonisch zu verbinden.

Der Sammelbereich des Museums umfasst das Gebiet der heutigen Stadt Wilsdruff, für das schon früher der Begriff "Wilsdruffer Land" üblich war. Es erwartet für Sie neben einer bemerkenswerten Gesteinssammlung eine Darstellung der Geschichte beider Kirchen der Stadt. In einem großen Diorama wird mit 1850 Zinnfiguren ein Ausschnitt vom Beginn der Schlacht bei Kesselsdorf im Winter 1745 erlebbar. Innungsbriefe, -truhen und -humpen sowie Werkzeuge der Schuhmacher, Tischler, Stellmacher, Böttcher und Schlosser erinnern an Handwerke, die zum Teil heute ausgestorben sind. Wie unsere Großeltern und Urgroßeltern im städtischen und ländlichen Bereich wohnten, kann man -fast- anfassen.

Wilsdruff galt Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als Möbelstadt. Die wenigsten aber wissen, dass der "Küchentisch mit herausziehbarem Aufwaschtisch" die Erfindung eines Wilsdruffer Tischlers ist. Davon kündet das Original der Patenturkunde des Kaiserlichen Patentamtes von 1906.

Wir freuen uns, wenn Sie uns besuchen:
Montag: 09:00 Uhr - 14:00 Uhr
Dienstag: 09:00 Uhr - 14:00 Uhr
Mittwoch: 09:00 Uhr - 14:00 Uhr
Donnerstag: 09:00 Uhr - 14:00 Uhr
Freitag 09:00 Uhr - 15:00 Uhr
Sonn- und Feiertag 14:00 Uhr - 18:00 Uhr



Besuche sind auch außerhalb dieser Zeit nach vorheriger Vereinbarung möglich. Auch bei Gruppenbesuchen und Wünschen auf Führungen durch das Museum empfiehlt sich eine Anmeldung.

Heimatmuseum Wilsdruff
Ansprechpartner:
Angelika Marienfeldt
Adresse:
Gezinge 12, 01723 Wilsdruff
Telefon:
035204 46398
Wir danken für die Förderung durch:

Logo Kulturraum Meissen.jpg

Informationen zu unserem und vielen anderen Museen:

Sachsens-Museen-entdecken.JPG