Kesselsdorf

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Die Entstehung des Dorfes geht wahrscheinlich auf eine slawische Gründung zurück, denn als im 12. und 13. Jahrhundert die Franken vom Main kommend in unserer Gegend Neuland suchten, fanden sie den Ort sicher schon in einer kleinen Ansiedlung vor.

Mit Sicherheit wird Kesselsdorf erstmalig in einer Gerichtsakte vom 9. Februar 1223 urkundlich erwähnt, in der von einem Ritter Gerhardus von Kesselsdorf die Rede ist. Der Ort ist ein Herrensitz und untersteht dem Markgrafen von Meißen. Im Verlaufe der Hussitenkriege wird Kesselsdorf fast völlig vernichtet, doch wenig später, 1421, erhält es seinen ersten "Kretschmar" (Gasthof), betrieben von dem Dresdener Bürger Hanz Gzugh. Die 1562 erbaute Kirche wird 1724 vom Ratszimmermeister George Bähr in ihrer noch heute bestehenden Form umgebaut und erweitert und stellt zweifelsohne den Mittelpunkt des Ortes dar.

Hatte der Dreißigjährige Krieg Not und Pestilenz gebracht, indem bald Kaiserliche, bald Schweden, Wallensteinische und Pappenheimsche Reiter den Ort durchzogen und plünderten, so wird Kesselsdorf durch die am 15. Dezember 1745 auf seinen Fluren tobende Schlacht weithin bekannt. Obwohl der Ort selbst keinen bedeutenden Schaden erleidet, fallen an diesem Tage viele Tausende Menschen dem Kriege zum Opfer. Die schon seit dem 15. Jahrhundert von den sächsischen Kurfürsten stabil ausgebaute große Landstraße durchzieht den Ort und bildet eine wichtige Verbindung zwischen den Ländern des Ostens, Westens und Südens. Zogen die von Landsknechten gesicherten schweren Wagen der Kaufleute einst mit ihren Waren aus Genua und Venedig kommend hier durch, so sind es 1812 die Soldaten Napoleons auf ihrem Marsch nach Rußland. Wenige Monate später kehren die Reste seiner geschlagenen Armee im Jammer und Elend auf gleichem Wege zurück.

Auch im Revolutionsjahr 1848 begeben sich auf dieser Straße kampfeswillige Bürger der Wilsdruffer Umgegend in die naheliegende Residenz, um auf den Barrikaden Dresdens am Aufstand teilzunehmen. Viele Kesselsdorfer finden im 19. Jahrhundert Arbeit und Brot in der aufstrebenden Industrie und im Bergbau des Plauenschen Grundes. Die Verkehrsverbindung erfährt hierzu schließlich einen wesentlichen Aufschwung durch die am 30. September 1886 mit großem Jubel eröffnete Kleinbahnlinie Potschappel-Wilsdruff.

Zwei Weltkriege forderten auch von Kesselsdorf und seinen Bewohnern schwere Opfer, seine größten bisherigen Veränderungen aber erlebt der Ort jedoch jetzt nach der politischen Wende und Wiedervereinigung Deutschlands durch den weitläufigen Bau eines Gewerbegebietes, das neben der Wirtschaft auch eine bedeutende Vergrößerung der Einwohnerzahl bewirkt.

Zweier in Kesselsdorf geborener bedeutenden Männer sei noch gedacht: Der Landschaftsmaler und Professor an der Dresdener Kunstakademie Johann Christian Klengel (1751 - 1824) erblickte als Sohn eines Bierbrauers das Licht der Welt, während der Rektor des Hofer Gymnasiums und berühmter Historiker seiner Zeit, Paul Daniel Longolius (1704 - 1778) als Sohn des hiesigen Pfarrers geboren wurde.

Heute zählen zu Kesselsdorf ca. 3400 Einwohner.